„Fast Fashion“ - Ein Trend entgegen der Nachhaltigkeit
Der aktuelle Trend in der Textil- und Modebranche wird unter dem Titel „Fast Fashion“ zusammengefasst. Gemeint sind Geschäftsmodelle, bei denen Modekollektionen in immer kürzeren Abständen auf den Markt kommen und die Kleidungsstücke mit nur geringer Qualität produziert sowie sehr günstig angeboten werden. Sie werden oft nur für eine Saison gekauft, gehen schnell kaputt und erhöhen die Menge der Textilabfälle enorm. Das Reparieren lohnt sich auf Grund der Billigangebote meist nicht und das Recyceln der Mischfasern ist nicht möglich. Der Onlinemarkt und Billigware aus China verstärken diesen Trend noch.
Seit 2000 hat sich die weltweite Textilfaserproduktion von 58 Millionen Tonnen auf 109 Millionen Tonnen im Jahr 2020 fast verdoppelt. Laut Bundesumweltministerium kauft in Deutschland jede Person im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr und jedes fünfte Kleidungsstück wird so gut wie nie getragen. Dabei sorgt die Textilproduktion für einen hohen Ressourcenverbrauch und umfangreiche Umweltbelastungen.
So werden für die Herstellung von Textilien große Mengen Wasser sowie Flächen zum Anbau von Baumwolle und anderen Fasern benötigt und eine große Menge an Pestizide und Düngemitteln verwendet. Farben und weitere Chemikalien bei der Herstellung belasten das Abwasser in Produktionsländern, die oftmals nicht über entsprechende Kläranlagen verfügen, Hinzu kommt, dass die Näherinnen in vielen Produktionsländern unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten.
Durch den Kauf hochwertiger und langlebiger Kleidung oder Secondhandware können diese Auswirkungen reduziert werden. Defekte Kleidung und Schuhe lassen sich auch oft bei Schneidereien oder bei Schustereien reparieren. Darüber hinaus können Siegel, die Umwelt- und Sozialstandards garantieren (z.B. GOTS-, IVN-Best- und dem Made in Green-Siegel, organic cotton), bei einer nachhaltigen Kaufentscheidung helfen.