Altkleider und Alttextilien

Neue EU-Altkleiderrichtlinie - 
Die korrekte Entsorgung von Alttextilien im Landkreis München

Seit dem 01.01.2025 gelten in der EU neue Vorschriften für die Entsorgung von Textilabfällen mit dem Ziel, mehr Textilien – darunter auch nicht mehr tragbare und verschmutzte Bekleidung – getrennt zu sammeln und zu recyceln.

In Deutschland liegt die Sammelquote von Altkleidung bereits bei ca. 64%, in anderen EU-Ländern teilweise nur bei ca. 5 bis 12%. In den vergangenen Wochen haben verschiedene Presseberichte zu der neuen Richtlinie zu Verunsicherung in der Bevölkerung im Bezug auf den Umgang mit defekter Altkleidung und -texilien geführt.

Vor dem Hintergrund hat das Landratsamt München als zuständige Behörde nun mitgeteilt, dass in Unterhaching wie auch im Landkreis München derzeit noch keine geeigneten Verwertungsmöglichkeiten für beschädigte, verschmutzte oder nicht mehr tragbare Textilien bestehen.

Diese Materialien sind deshalb auch weiterhin über den Restmüll zu entsorgen. Von einem Einwurf im Altkleidercontainer sollte abgesehen werden.

Landen defekte oder verschmutze Textilien im Altkleidercontainer, müssen sie aufwendig und kostenintensiv aussortiert und letztlich verbrannt werden und machen unter Umständen andere Textilien in den Containern unbrauchbar.

Auch gemeinnützige und gewerbliche Sammelorganisationen haben derzeit keine Möglichkeit, untragbare und verschmutzte Textilien wirtschaftlich zu verwerten.

Textilien mit elektronischen Komponenten:

Kleidung und Schuhe mit (eingebauten) Batterien, wie blinkende Schuhe, LED-Mützen, o.ä., dürfen nicht in die Altkleidercontainer oder den Restmüll geworfen, sondern müssen als Elektroschrott am Wertstoffhof entsorgt werden.

Kleidersammlung in Unterhaching:

Zwei Altkleidercontainer vor einer Wertstoffsammelstelle

In Unterhaching werden Altkleider (in Tüten verpackt: Kleidung, Schuhe, Handtaschen, Accessoires, Faschingskleidung, Trachten, Bett-, Tisch- und Haushaltswäsche, neuwertige Unterwäsche) durch Container der gemeinnützigen Organisationen Aktion Hoffnung sowie Diakonia gesammelt.

Bitte beachten Sie: wenn die Container überfüllt sind, bitte die Tüten nicht neben die Container stellen. Die Textilien sind so der Witterung ausgesetzt und werden für die Wiederverwendung unbrauchbar.

Zusätzlich zu den Altkleidercontainern gibt es in Unterhaching sowie in Ottobrunn die „Klawotte“, ein Gebrauchtwarenkaufhaus des AWO Kreisverbandes, das sich auch über Sachspenden freut. Darüber hinaus gibt es in München und anderen Gemeinden noch weitere gemeinnützige Sammelstellen, die sich über Spenden freuen (z.B. verschiedene Kleiderkammern, Obdachlosenhilfe, Frauenobdach KARLA51, BRK, Caritas, u.v.m).

Standorte der Altkleidercontainer in Unterhaching:

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„Fast Fashion“ - Ein Trend entgegen der Nachhaltigkeit

Der aktuelle Trend in der Textil- und Modebranche wird unter dem Titel „Fast Fashion“ zusammengefasst. Gemeint sind Geschäftsmodelle, bei denen Modekollektionen in immer kürzeren Abständen auf den Markt kommen und die Kleidungsstücke mit nur geringer Qualität produziert sowie sehr günstig angeboten werden. Sie werden oft nur für eine Saison gekauft, gehen schnell kaputt und erhöhen die Menge der Textilabfälle enorm. Das Reparieren lohnt sich auf Grund der Billigangebote meist nicht und das Recyceln der Mischfasern ist nicht möglich. Der Onlinemarkt und Billigware aus China verstärken diesen Trend noch.

Seit 2000 hat sich die weltweite Textilfaserproduktion von 58 Millionen Tonnen auf 109 Millionen Tonnen im Jahr 2020 fast verdoppelt. Laut Bundesumweltministerium kauft in Deutschland jede Person im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr und jedes fünfte Kleidungsstück wird so gut wie nie getragen. Dabei sorgt die Textilproduktion für einen hohen Ressourcenverbrauch und umfangreiche Umweltbelastungen.

So werden für die Herstellung von Textilien große Mengen Wasser sowie Flächen zum Anbau von Baumwolle und anderen Fasern benötigt und eine große Menge an Pestizide und Düngemitteln verwendet. Farben und weitere Chemikalien bei der Herstellung belasten das Abwasser in Produktionsländern, die oftmals nicht über entsprechende Kläranlagen verfügen, Hinzu kommt, dass die Näherinnen in vielen Produktionsländern unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten.

Durch den Kauf hochwertiger und langlebiger Kleidung oder Secondhandware können diese Auswirkungen reduziert werden. Defekte Kleidung und Schuhe lassen sich auch oft bei Schneidereien oder bei Schustereien reparieren. Darüber hinaus können Siegel, die Umwelt- und Sozialstandards garantieren (z.B. GOTS-, IVN-Best- und dem Made in Green-Siegel, organic cotton), bei einer nachhaltigen Kaufentscheidung helfen.

Abfallwirtschaft

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